Vitamine zählen, nicht Kalorien

Obwohl ich eigentlich eher selten nach Rezept koche, besitze ich eine große Sammlung an veganen und vegetarischen Kochbüchern. Ich liebe es einfach, durch die hübsch gestalteten Seiten zu blättern. Dabei kann ich wunderbar entspannen. Ganz besonders mag ich persönlich gestaltete Kochbücher, die auch etwas vom Leben des Autoren oder der Autorin preisgeben. Meist sind das eher Kochbücher aus dem englischsprachigen Raum, deren Autoren oft durch ihren Food-Blog bekannt wurden.

So ist es auch bei Ella Woodward, die mit ihrem Blog Deliciously Ella innerhalb weniger Monate Millionen von Menschen von einer gesunden, rein pflanzlichen Ernährung überzeugen konnte. Letztes Jahr erschien dann ihr erstes Kochbuch Deliciously Ella: Genial gesundes Essen für ein glückliches Leben, das nun nicht mehr aus der veganen Kochbuchszene wegzudenken ist. Also war es nur eine Frage der Zeit, bis es auch in meinem Bücherregal landet.

Beim ersten Durchblättern bekam ich direkt gute Laune. Die authentisch wirkenden Bilder der Autorin sowie die im Instagram-Style fotografierten Fotos der Gerichte tragen zu dem frischen Gesamtkonzept bei. Denn Deliciously Ella ist nicht nur einfach ein Kochbuch, sondern auch das Zeugnis der veränderten Ernährungseinstellung und der daraus resultierenden Lebensqualität der Autorin. Eine Einstellung, die in Ellas persönlichen Berichten und Anmerkungen immer wieder durchscheint.

Ellas Begeisterung für ihre eigenen Rezepte mag dem ein oder anderen etwas überheblich vorkommen, und Sätze wie „Zucchininudeln werden wirklich euer Leben verändern“ wirken schon etwas übertrieben. Ich kann ihre Liebe zu gutem, gesunden Essen aber durchaus nachvollziehen, da auch mein Herz aufgeht, wenn ich einen frischen, bunten Salat vor mir stehen habe oder ein neues Superfood entdeckt habe, mit dem man tolle Rezepte zaubern kann.

Die Informationen zu den verwendeten Lebensmitteln sind umfangreich, aber Leute, die sich schon länger mit gesunder Ernährung beschäftigen, werden kaum Neues erfahren.

Ellas Rezepte sind in Themen wie Nüsse und Kerne, Bohnen und Hülsenfrüchte und Smoothies unterteilt, eine Aufteilung, die mir persönlich sehr zusagt, da ich z.B. mit einer Unterteilung nach Jahreszeiten noch nie viel anfangen konnte. Ich kann schließlich auch Eis im Winter und heiße Suppe im Sommer essen.

Sehr sympathisch sind die simplen und alltagstagstauglichen Rezepte, die man aufgrund der reduzierten, aber stimmigen Zutatenliste auch mal ohne große Vorausplanung nachkochen kann. Die Auswahl der Rezepte bietet zwar nicht viel Neues (ich denke Porridge und Hummus müssten mittlerweile bei jedem angekommen sein), aber kleine Ideen wie z.B. geknetete Banane mit Mandelmus und Salz als Dip zu Crackern oder selbstgebackenem Brot macht Deliciously Ella auch für „erfahrene“ Veganer zu einem interessanten Kochbuch. Über Honig in der Zutatenliste habe ich mich dann aber doch sehr gewundert, da Honig nicht vegan ist, das Kochbuch aber eindeutig als ein rein pflanzliches Kochbuch deklariert wird.

Die Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, sind alle gelungen und waren schnell und einfach umzusetzen. Meine Lieblingsrezepte sind die Cannellini-Suppen (absolut cremig und fruchtig), die gefüllten Ofenbananen (geniale Idee) und die Gurken-Avocado-Röllchen (ein toller Snack).

 

Ella macht in ihrem Buch deutlich, dass sie statt Kalorien lieber Vitamine zählt -eine Einstellung, mit der ich mich total identifizieren kann. Sie räumt mit Vorurteilen gegenüber gesunder Ernährung auf und zeigt, dass gesundes Essen Spaß macht und nicht mit Verzicht einhergeht.

Wenn ihr einigermaßen gut Englisch versteht, kauft euch lieber die Originalversion. Auch wenn ich sagen muss, dass das Buch sehr treffend ins Deutsche übersetzt wurde (was bei vielen anderen Kochbüchern leider nicht der Fall ist), finde ich persönlich die ursprüngliche Version authentischer.

In ein paar Wochen erscheint die deutsche Ausgabe von Ellas zweitem Kochbuch, Deliciously Ella für jeden Tag: Einfache Rezepte und köstliches Essen für ein gesundes Leben, über das ich hier auch demnächst einen Beitrag posten werde. Die englische Version gibt es bereits seit Januar. Ich hoffe, dass Ella ihrem Motto „Gesund, natürlich und immer köstlich“ treu bleibt.

Sonja

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2 Gedanken zu “Vitamine zählen, nicht Kalorien

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