Korrektur-Krise

Ich gebe es zu: ich hasse es, Klausuren zu korrigieren. Und am meisten hasse ich es, wenn die Korrekturstapel auf meinem Schreibtisch so hochgetürmt sind, dass man mich dahinter gar nicht mehr sieht, sondern nur verzweifelt seufzen hört.

In Korrekturphasen bin ich quasi wie ein Igel, der in Winterschlaf geht. Ich verschanze mich mit meinem Rotstift (der bei mir meistens pink ist;-)), meinen Heften und meinem Laptop und komme erst wieder ans Tageslicht, wenn der Stapel abgearbeitet oder zumindest massiv geschrumpft ist. Mein „Laster“ ist nämlich, dass ich unerledigte Dinge nicht ausstehen kann. Dann habe ich lieber mal ein paar stressige Abende und Wochenenden hintereinander, als dass mir die unkorrigierten Klausuren wochenlang die Laune verderben. Da setze ich mich quasi selbst unter Druck, was manchmal auch etwas anstrengend ist, gerade wenn mehrere Leistungskurs-Klausuren geschrieben wurden.

Wenn es irgendwie möglich ist, verteile ich die Klausuren so, dass nicht alle Klassen im gleichen Zeitraum schreiben. Da man aber oft mit allen Klassen zur gleichen Zeit mit dem Lernstoff durch ist, kann man Klausurenphasen meistens nur schwierig umgehen.

Naja, Korrigieren gehört nunmal irgendwie dazu. Ich wusste ja, auf was ich mich mit zwei Korrekturfächern einlasse (oder hätte es wissen müssen;-)). Und die Freude über einen richtig formulierten Einleitungssatz, einen originellen Dialog oder einfach eine schöne Formulierung macht die einsamen und manchmal frustrierenden Momente im „Korrektur-Winterschlaf“ dann auch irgendwie wieder wett.

Ich genieße die paar Wochen, in denen ich dann mal nichts korrigieren muss, auch gleich doppelt. Dann kann ich meine „Freiheit“ dazu nutzen, Klassenfahrten zu organisieren, auf Fortbildungen zu gehen, didaktische Jahresplanungen zu konzipieren, Unterrichtsreihen zu planen, mich in die nächste Pflichtlektüre einzulesen und schonmal die nächsten Klausuren zu erstellen. Der ganz normale Lehrer-Alltagswahnsinn;-)

Was sind eure Strategien, um das Korrigieren zu bewältigen? Und um Korrektur-Krisen zu vermeiden?

💜 Sonja

 

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10 Gedanken zu “Korrektur-Krise

  1. Anna-Lena schreibt:

    Du hast ja richtig Disziplin. Ich stelle mich eher tot, wenn Klausuren anstehen. Erst wenn sie mich persönlich ansprechen, fange ich an und dann auch unter enormem Druck.
    Im März habe ich wieder zwei Stapel und Mitte April Abiklausuren (LK En) . Und die muss man ja bekanntlich ganz korrekt korrigieren, damit der Zweitgutachter nichts mehr findet.

    Momentan reichen mir die diversen Hausaufgaben und Vokabeltests, die ich habe. Das Wochenende ist „gerettet“ :-( .
    Rezepte habe ich keine, aber ganz ehrliches kollegiales Mitgefühl.
    Schwingen wir den Rotstift, bis er schreit.

    LG Anna-Lena

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  2. in100tagen schreibt:

    Ja, das Gefühl kenne ich auch. Mir hilft nur, so schnell wie möglich nach Abgabe der Klausuren zu korrigieren. Dann verderben einem die Stapel nicht die Laune, der Stoff ist noch sehr präsent und die Studenten überhäufen einen mit Dank und Komplimenten für die die schnelle Korrektur. ;)

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