One line a day

Erinnert ihr euch noch an die gute, alte Zeit, in der man seinem Tagebuch alles anvertraut hat? Seitenweise habe ich über Ausflüge berichtet, mich über zerbrochene Freundschaften ausgeheult oder einfach nur meine Gedanken festgehalten.

Seit Jahren, fast schon Jahrzehnten, führe ich nun kein Tagebuch mehr und all die Erlebnisse, Meilensteine und Gefühle der letzten zehn, fünfzehn Jahre, geraten nun irgendwie in Vergessenheit. Ich habe aber einfach keine Zeit und irgendwie auch keine Geduld mehr, seitenlang über meinen Tag zu berichten und noch nichtmal eine Antwort zu erhalten;-)

Daher passt mir das Prinzip des One line a day-Tagebuchs sehr gut, denn es ist irgendwie ein Zwischending zwischen Tagebuch und Notizbuch. Die Idee ist, dass man jeden Tag in nur einem Satz zusammenfasst. Das muss nicht unbedingt bedeuten, dass man Dinge schreibt wie „Heute gab es zum Frühstück Porridge, in der Schule war es wie immer, nachmittags habe ich korrigiert und abends eine Folge Breaking Bad geguckt“. Es geht eigentlich vielmehr darum, die Stimmung des Tages auf den Punkt zu bringen, oder ein einzelnes Ereignis festzuhalten, das den Tag irgendwie ausgemacht hat. Das kann einfach ein in Nebel getauchtes Feld sein, an dem man morgens auf dem Weg zur Arbeit vorbeigefahren ist, während im Radio der Lieblingssong lief. Oder ein nettes Kompliment, das einen irgendwie berührt hat. Natürlich kann man auch negative Dinge festhalten, wenn eben einfach mal alles schief gelaufen ist. Indem man versucht, all das an einem Tag Erlebte in einen einzigen Satz zu packen, lässt man den Tag auch nochmal Revue passieren und schult somit auch den Blick auf die kleinen Dinge des Lebens.

Die One line a day-Tagebücher, die man kaufen kann, umfassen meistens fünf Jahre. Für jeden Tag gibt es eine Seite, sodass nach den fünf Jahren übersichtlich untereinander steht, was an dem jeweiligen Tag wichtig war (z.B. 24. Mai 2016, 24. Mai 2017, 24. Mai 2018, etc.). Man kann aber auch ein einfaches Notizheft zu einem One line a day-Tagebuch umfunktionieren. Und es muss ja auch nicht immer gleich auf fünf Jahre ausgelegt sein.

Ich werde den ersten Tag im Jahr 2016 damit beenden, die Stimmung des Tages in einem Satz oder vielleicht auch nur in einem Wort festzuhalten. Auch für die nächsten Tage, Wochen und Monate nehme ich mir vor, diese Tagebuch-Kurzform zu nutzen, damit all die schönen Kleinigkeiten des Alltags nicht in Vergessenheit geraten.

💜Sonja

 

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10 Gedanken zu “One line a day

  1. Julia Erdbeerqueen schreibt:

    Supe Idee. Ich nehme mir dauernd vor, mal aufzuschreiben, welche Konzerte ich besucht habe oder welche besonderen Dinge ich erlebt habe. So ein One Line a Day Tagebuch könnte eine gute Lösung dafür sein. Danke für die Anregung.
    Liebe Grüße und noch ein frohes Neues.
    Die Erdbeerqueen

    Gefällt 1 Person

  2. meetmariah schreibt:

    Wirklich eine tolle Idee! Ich habe eins zu Weihnachten bekommen und bin echt begeistert. Ich finde das „Ritual“ abends in sein Büchlein zu schreiben und so den Tag noch einmal Revue passieren zu lassen sehr entspannend :)

    Liebe Grüße,
    mariah.

    Gefällt 1 Person

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