Ein Plädoyer für den Füller

Wer erinnert sich nicht an seinen ersten Füller? In der Grundschule war es besonders wichtig, welches Modell und welche Farbe man hatte. Ganze Freundschaften zerbrachen an der Frage “Lamy oder Pelikan?” Die Anführer der Klasse 1c hatten den damals coolen Lamyfüller mit der breiten Spitze. Ich erinnere mich noch, dass ich aus Protest den Pelikanfüller mit den kleinen Patronen haben wollte, mit dem man viel dünner schreiben konnte. Und ohne einen passenden Killer im Federmäppchen, das ganz vorne im Scout-Rucksack seinen Platz fand, konnte man natürlich nicht die Schule betreten.

Lange Zeit habe ich Füller mit meiner Grundschulzeit in Verbindung gebracht und habe in der Oberstufe, an der Uni und in meinen ersten Jahren als Lehrerin immer mit Kugelschreiber geschrieben. Die waren meist nach ein paar Wochen leer und landeten dann im Müll.

Vor zwei Jahren entflammte meine unterdrückte Füller-Leidenschaft dann plötzlich wieder, als ich eine Kollegin beobachtete, die mit einem violetten metallic Lamy-Füller Klassenbucheinträge machte. Violett! Metallic! Aber Lamy?? Ich konnte doch die kleine rebellische Grundschülerin in mir nicht verraten.

Ich bin dann doch über meinen Schatten gesprungen und habe mir genau diesen Lamy Füller gekauft, der mittlerweile aber auch eine dünne Spitze hat und mit dem man super schreiben kann. Seitdem schreibe ich mit keinem anderen Stift mehr (ok, Rotstift ausgenommen). Ich kann mit meinem Füller schneller und sauberer schreiben und ich muss nicht ständig nach Kulis suchen. Außerdem kann ich mit meinem ultracoolen Killer meine Fehler quasi auslöschen. Und irgendwie fühle ich mich auch ein bisschen retro wenn ich meinen Lamy-Füller aus meinem Etui ziehe. Meine Kollegen finden das auch eher retro. “Du schreibst mit FÜLLER? Ich habe das letzte Mal als Grundschüler einen Füller in der Hand gehalten.” Ich muss mich stark zusammenreißen um nicht zu fragen “Lamy oder Pelikan?”

💜Sonja

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12 Gedanken zu “Ein Plädoyer für den Füller

  1. Es Marinsche kocht schreibt:

    Bis weit ins Erwachsenen Alter hatte ich einen Füller. In edlem Lackschwarz mit Gold. Nun ist es ein Cross Kugelschreiber, auch in Lackschwarz mit Gold. Ich finde ein wenig Dekadenz beim Schreiben darf ruhig sein ;-)

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  2. jsama0201 schreibt:

    Ich hab den Lamy in Metallic Orange (Copper Orange) mit passenden Patronen :) – aber ich liebe meinen Pilot mit EF Feder für super dünne Linien. Füller und Tinten in verschiedenen Ausführungen und Farben sind bei mir eine etwas ungesunde Leidenschaft ;)

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  3. Anita Grasse schreibt:

    Ich habe meine Leidenschaft für Füller demnächst wieder entdeckt, musste aber lange suchen, um einen zu finden, der dünn genug schreibt. Ich habe eine extrem kleine, enge Schrift und die normalen Federn schreiben so breit, dass meine Buchstaben ineinander laufen. Jetzt habe ich einen Füller mit ganz schmaler Feder – in Lackschwarz mit eingesetzten kleinen Glitzersteinen.

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